Glücksspiel kann unterhaltsam sein — aber es kann auch zur Belastung werden. Als jemand, der seit Jahren Slots analysiert, sehe ich die Faszination, aber auch die Risiken. Diese Seite richtet sich an alle, die sich Sorgen um ihr eigenes Spielverhalten oder das einer nahestehenden Person machen. Hier findest du Informationen, Selbsttests und konkrete Anlaufstellen für Hilfe.
Was ist problematisches Glücksspiel?
Von problematischem Glücksspiel spricht man, wenn das Spielen nicht mehr der Unterhaltung dient, sondern zur Belastung wird — finanziell, emotional oder sozial. Der Übergang vom Freizeitspaß zur Abhängigkeit ist oft schleichend. Betroffene merken häufig erst spät, dass sie die Kontrolle verloren haben.
Glücksspielsucht ist eine anerkannte Erkrankung (ICD-10: F63.0) und kein Zeichen von Willensschwäche. Sie ist behandelbar — je früher Hilfe gesucht wird, desto besser die Prognose.
Warnsignale — Wann wird Spielen zum Problem?
Die folgenden Anzeichen können darauf hindeuten, dass Glücksspiel problematisch wird:
- Du spielst mit Geld, das du eigentlich für Miete, Rechnungen oder Lebensmittel brauchst
- Du versuchst Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen (Chasing Losses)
- Du lügst Familie oder Freunde über dein Spielverhalten oder deine Verluste an
- Du denkst ständig ans Spielen — auch wenn du gerade nicht spielst
- Du erhöhst die Einsätze, um den gleichen Nervenkitzel zu spüren
- Du wirst unruhig oder gereizt, wenn du nicht spielen kannst
- Du vernachlässigst Arbeit, Familie oder Hobbys wegen des Spielens
- Du leihst dir Geld, um weiterspielen zu können
- Du hast erfolglos versucht, weniger oder gar nicht mehr zu spielen
- Du spielst, um Stress, Sorgen oder negative Gefühle zu verdrängen
Wenn auch nur zwei oder drei dieser Punkte auf dich zutreffen, solltest du dein Spielverhalten ernst nehmen.
Selbsttest: Ist mein Spielverhalten noch gesund?
Beantworte die folgenden Fragen ehrlich für dich selbst:
- Habe ich in den letzten 12 Monaten mehr Geld verspielt als ich mir leisten konnte?
- Habe ich schon einmal gelogen, um zu verbergen wie viel ich spiele oder verliere?
- Habe ich nach einem Verlust sofort weitergespielt, um das Geld zurückzugewinnen?
- Hat mich jemand aus meinem Umfeld auf mein Spielverhalten angesprochen?
- Fällt es mir schwer, mit dem Spielen aufzuhören, wenn ich einmal angefangen habe?
- Habe ich wegen des Spielens schon einmal auf wichtige Dinge verzichtet?
- Habe ich mir Geld geliehen oder Dinge verkauft, um spielen zu können?
- Fühle ich mich schlecht oder schuldig nach dem Spielen?
Wenn du eine oder mehrere Fragen mit „Ja" beantwortest, ist es ratsam, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Die folgenden Anlaufstellen helfen kostenlos und vertraulich.
Hilfsangebote — Kostenlos und anonym
BZgA-Hotline: 0800 1 37 27 00 — kostenlos und anonym, auch für Angehörige. bzga.de
Check dein Spiel: Online-Selbsttest und Beratung. check-dein-spiel.de
Anonyme Spieler (GA): Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland. anonyme-spieler.org
Spielen mit Verantwortung: Information und Beratung. spielen-mit-verantwortung.de
Spielsuchthilfe Österreich: 0800 202 304 — kostenlos und anonym. spielsuchthilfe.at
Alle Angebote sind kostenlos, anonym und vertraulich. Du musst keine persönlichen Daten angeben. Der erste Schritt — Hilfe zu suchen — ist der wichtigste.
Selbstsperre: Das OASIS-System
In Deutschland gibt es mit OASIS (Onlineabfrage Spielerstatus) ein zentrales Sperrsystem für Glücksspiel. Eine OASIS-Sperre bewirkt, dass du dich bei allen in Deutschland lizenzierten Casinos, Spielhallen und Online-Anbietern mit GGL-Lizenz nicht mehr registrieren oder einloggen kannst.
Die Sperre kann auf eigenen Wunsch eingerichtet werden — entweder direkt bei einem GGL-lizenzierten Anbieter oder über die zuständige Behörde. Die Mindestdauer beträgt ein Jahr.
Wichtig: Die OASIS-Sperre greift nur bei Anbietern mit deutscher GGL-Lizenz. Casinos mit Offshore-Lizenzen (Curaçao, Malta ohne GGL-Anbindung) sind nicht an OASIS angeschlossen. Wenn du eine vollständige Spielsperre brauchst, musst du dich bei Offshore-Casinos zusätzlich direkt sperren lassen — die meisten bieten eine Selbstausschluss-Funktion in den Kontoeinstellungen.
Tipps für verantwortungsvolles Spielen
- Setze dir ein Budget — und halte dich daran. Spiele nur mit Geld, dessen Verlust du verschmerzen kannst.
- Setze dir ein Zeitlimit — entscheide vorher, wie lange du spielen willst, und höre auf wenn die Zeit um ist.
- Jage niemals Verlusten hinterher — der Versuch, Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen, führt fast immer zu noch größeren Verlusten.
- Spiele nicht unter Einfluss — Alkohol und andere Substanzen beeinträchtigen dein Urteilsvermögen.
- Spiele nicht aus emotionalem Stress — Glücksspiel ist keine Lösung für Probleme oder schlechte Laune.
- Nutze Einzahlungslimits — viele Casinos bieten die Möglichkeit, tägliche, wöchentliche oder monatliche Limits zu setzen.
- Mach regelmäßig Pausen — längeres ununterbrochenes Spielen führt zu schlechteren Entscheidungen.
- Sieh Glücksspiel als Unterhaltung — nicht als Einnahmequelle. Das Haus gewinnt langfristig immer.
18+ — Kein Glücksspiel für Minderjährige
Glücksspiel ist in Deutschland und Österreich erst ab 18 Jahren erlaubt. Das gilt für Online-Casinos, Spielhallen, Sportwetten und Lotterien gleichermaßen. Eltern und Erziehungsberechtigte sollten darauf achten, dass Minderjährige keinen Zugang zu Glücksspielangeboten haben — auch nicht über Smartphones oder Tablets.