350 Runden, drei nervtötend lange Durststrecken und ein einziger Moment, in dem ich kurz an den Mega-Jackpot geglaubt habe — so lief mein Test mit Wild West Trueways von BGaming. Die 23,09% Hit-Frequency klingen auf dem Papier okay, in der Praxis frisst dieser Slot deine Bankroll in stillen Phasen aber so gnadenlos, dass du den Adrenalin-Kick danach umso härter spürst. Wer extreme Volatilität sucht, kriegt sie hier brutal serviert.
7.5 / 10BGaming · Jul 2024Die nackten Zahlen zuerst: Der RTP liegt bei 96,84%, was für einen Slot mit extremer Varianz überdurchschnittlich ist. Der Max Win von 5.000x wirkt für die Mechanik fast mickrig — und genau das ist mein erster Kritikpunkt. Sechs Walzen, die pro Spin zwischen zwei und acht Reihen wackeln, erzeugen bis zu 262.144 Ways. Bei so viel Gewinnpotenzial hätte ich mehr als 5.000x erwartet. Mein Urteil vorweg: ein mechanisch starker Western-Slot mit 7,5 von 10, der aber nichts für schwache Nerven oder dünne Budgets ist.
Was mir beim Spielen sofort auffiel: Das Trueways-Grid täuscht. Acht Reihen sehen nach Gewinn-Feuerwerk aus, doch die wirklich fetten Treffer kommen fast ausschließlich aus den gestapelten Wild-Multiplikatoren in den Free Spins — nicht aus dem Grundspiel. Im Basis-Modus lief ich gefühlt im Leerlauf. Wer die Trueways-Mechanik aus Elvis Frog Trueways kennt, fühlt sich heimisch, bekommt hier aber das aggressivere Volatilitätsprofil. Im Vergleich zu einem ruhigeren Hold-and-Win wie Hand of Anubis ist Wild West Trueways das deutlich härtere Pflaster.
Und der Coin Respin? Der hat mich am meisten überrascht — aber anders als gedacht. Warum, dazu gleich mehr.
Wild West Trueways ist einer der unterschätztesten BGaming-Slots im gesamten 2024er Portfolio, und auf den ersten Blick wirkt nichts daran neu: Western, Walzen, Wilds. Auf den zweiten Blick aber steckt ein System dahinter, das mich echt überrascht hat. Sechs Walzen ändern pro Spin ihre Höhe, zwischen zwei und acht Reihen pro Walze. Das bedeutet: Ein Spin kann 64 Ways haben, der nächste 262.144. Die Varianz steckt im Grid selbst. Krass.
BGaming hat das Trueways-System als eigene Mechanik entwickelt, ähnlich innovativ wie der Grabe-Mechanismus bei Dig Dig Digger. Kein Megaways-Klon, sondern ein System das die Walzenhöhen unabhängig voneinander variiert. Volle 8-8-8-8-8-8 Grids fielen selten, dreimal in der gesamten Session. Aber schon ein 6-6-6-6-6-6 Grid liefert über 46.000 Ways. Die meisten Spins bewegten sich zwischen 5.000 und 30.000 Ways. Reicht für regelmäßige Hits, fetzt mehr als ein starres Grid.
Jede Walze entscheidet unabhängig, wie viele Symbole sie zeigt: Walze 1 kann zwei Symbole tragen, während Walze 4 acht zeigt. Die Ways-Berechnung multipliziert dann die Reihenanzahl aller sechs Walzen, sodass 2-2-2-2-2-2 nur 64 Ways ergibt und 8-8-8-8-8-8 satte 262.144. Die Wahrscheinlichkeitsverteilung bevorzugt aber die mittleren Werte, Extreme in beide Richtungen sind selten.
Was das für die Praxis bedeutet: Gewinne fallen bei hohen Grids proportional größer aus, weil mehr Symbolkombinationen möglich sind. Ein Fünfer-Hit auf einem 8er-Grid kann zehn identische Symbolreihen parallel treffen, derselbe Fünfer auf einem 3er-Grid vielleicht zwei. In meiner Session kam mein bester Basegame-Hit bei einem 7-8-6-7-8-7 Grid zustande: 95x durch parallele Premium-Treffer auf mehreren Gewinnwegen.
Die Hit-Frequency von 23,09% ist überdurchschnittlich hoch. Fast jeder vierte Spin gewinnt. Das liegt an den Ways, selbst bei niedrigeren Grids entstehen genug Kombinationen für kleine Treffer. Meine Ausbeute lag bei 0,85x pro Spin als Basegame-Schnitt. Deutlich über meinem Durchschnitt bei High-Vol-Slots. Das Basegame fühlt sich großzügiger an als die Volatilitätsstufe vermuten lässt.
Ein Detail zur Ways-Verteilung aus meiner Session: Etwa 40% der Grids landeten zwischen 3.000 und 15.000 Ways. Rund 35% zwischen 15.000 und 80.000 Ways. Die restlichen 25% verteilten sich auf Extreme unter 1.000 oder über 100.000. Volle 262.144 Ways sah ich dreimal. Diese Verteilung erklärt warum der Slot trotz hoher Volatilität im Alltag spielbar bleibt. Man muss nicht auf das Maximum hoffen. Schon ein 50.000-Ways-Spin mit guter Symbolkombination reicht für solide Gewinne.

Wilds erscheinen auf Walzen 2 bis 5. Im Basegame sind sie Standard-Wilds. In den Free Spins tragen sie Multiplikatoren von 2x, 3x oder 5x. Mehrere Wild-Multiplikatoren in einer Gewinnlinie werden miteinander multipliziert. Zwei 5x-Wilds auf der gleichen Payline ergeben 25x auf den Gewinn.
In meinen zwei natürlichen Free-Spin-Triggern sah ich maximal einen 3x und einen 2x Wild gleichzeitig in einer Gewinnkombination. 6x Multiplikator auf einen ohnehin guten Treffer bei vollem Grid. 230x Ergebnis. Der Multiplikator-Stack ist der Weg zu den großen Gewinnen. Ohne ihn bleiben die Free Spins im Bereich von 30x bis 80x. Mit ihm explodieren einzelne Spins.
Die Free Spins werden durch vier bis sechs Scatter getriggert. Vier Scatter geben zwölf Spins, fünf Scatter fünfzehn und sechs Scatter zwanzig. Retrigger ist möglich durch weitere Scatter, fünf bis zwanzig Extra-Spins. In meiner Session triggerte ich einmal mit vier Scattern und einmal mit fünf. Der Unterschied zwischen zwölf und fünfzehn Spins war deutlich spürbar. Bei Wanted Dead or a Wild funktioniert das Western-Theme mit einer aggressiveren Multiplikator-Mechanik.
Sechs oder mehr Coin-Symbole in einem Spin aktivieren die Respin-Runde. Coins tragen Werte zwischen 1x und 100x. Bei jedem neuen Coin-Landing werden die Respins auf drei zurückgesetzt. Die Runde endet wenn keine neuen Coins mehr fallen.
Drei Jackpot-Stufen: Mini zahlt 20x, Major 100x und Mega 1.000x. Der Mega Jackpot erfordert alle 48 Positionen gefüllt, praktisch unmöglich in einer normalen Session. In meinen 350 Spins triggerte ich die Respin-Runde einmal. Ergebnis: 55x mit acht Coins. Kein Jackpot. Die Coins trugen Werte zwischen 1x und 8x. Der 100x-Coin existiert theoretisch aber mir ist er nicht begegnet.
Der Sheriff-Badge-Tracker sammelt Scatter über Sessions hinweg. Ein progressives Element das ich erst nach einer Weile bemerkt habe. Jeder Scatter in jedem Spin wird gezählt. Bei genügend gesammelten Scattern wird der Mega Jackpot leichter erreichbar. Die genaue Schwelle konnte ich nicht verifizieren.
BGaming kommuniziert hier nicht transparent bei diesen Hold-and-Win-Slots. Was ich beobachtet habe: Nach etwa 150 gesammelten Scattern leuchtete der Badge-Tracker auf. Ob das eine echte Auswirkung hatte oder nur visuelles Feedback war, kann ich nach einer Session nicht beurteilen. Das progressive Element ist interessant aber ohne klare Dokumentation bleibt es nebulös. Schade, denn die Idee hat Potenzial.
Die Coin-Werte in meiner Respin-Runde lagen zwischen 1x und 8x. Rechnerisch sind Werte bis 100x möglich. Der 100x-Coin wäre ein Game-Changer in der Runde. In Kombination mit einem Collect-Symbol und mehreren hohen Coins könnte ein einzelner Respin-Run den Max Win erreichen. In meiner Praxis war das Ergebnis bescheidener. 55x nach acht Coins mit Durchschnittswerten. Kein Desaster, kein Highlight.
| Feature Buy | Preis | Was du bekommst | RTP |
|---|---|---|---|
| Free Spins | 100x | Direkter Zugang zu Free Spins mit Wild-Multiplikatoren | 96,84% |
| Coin Respin | 100x | Direkter Zugang zur Hold-and-Win Respin-Runde | 96,84% |
Sowohl Free Spins als auch Coin Respins sind für je 100x kaufbar. Zwei Buys zum gleichen Preis, zwei verschiedene Spielerlebnisse. Die Free Spins bieten höheres Potenzial durch Wild-Multiplikatoren. Die Coin Respins sind gedeckelter aber konstanter. In meinem einen Free-Spin-Buy landete ich bei 145x, über dem Kaufpreis, aber kein Spektakel.
Ich bevorzuge den Free-Spin-Buy. Die Wild-Multiplikatoren machen den Unterschied. Ein einzelner Spin mit zwei 5x-Wilds auf vollem Grid kann 500x+ erzeugen. Die Coin Respins haben diese Explosivität nicht. Sie sind eher für Spieler die ein gleichmäßigeres Ergebnis wollen. Mein Rat: Free Spins kaufen wenn man auf den großen Hit spekuliert. Coins kaufen wenn man Bankroll-Management betreibt.
Ein Punkt der bei der Buy-Entscheidung oft vergessen wird: Die Grid-Größe beim Free-Spin-Start. Da die Walzenhöhen zufällig sind, kann man seinen 100x-Buy starten und ein 3-3-3-3-3-3 Grid bekommen. 729 Ways. Da helfen auch Wild-Multiplikatoren wenig. In meinem Buy startete das Grid bei 5-6-4-7-5-6. Über 25.000 Ways. Glück gehabt. Das ist ein Zufallsfaktor der bei Ways-Slots immer mitspielt aber hier besonders spürbar ist weil die Bandbreite so groß ist.
Das Western-Theme ist übersättigt. Wild West Trueways hebt sich nicht durch das Theme ab sondern durch die Umsetzung. Die dynamischen Walzenhöhen sind visuell gut dargestellt, man sieht die Walzen wachsen und schrumpfen. Das Grid lebt. Kein statisches Raster das sich anfühlt wie jeder andere Slot. Die Coin-Symbole im Hold-and-Win sind detailliert mit unterschiedlichen Prägungen je nach Wert.
Das Sounddesign ist solide Western-Kost mit Gitarren, Harmonika und gelegentlichen Schüssen, alles stimmig. Wachsen oder schrumpfen die dynamischen Walzen, begleitet sie ein mechanisches Geräusch, das dem Trueways-System eine physische Präsenz gibt, wie sie bei reinen Zahlensystemen oft fehlt.
Hohe Volatilität bei 23% Hit-Rate. Das klingt widersprüchlich aber die Erklärung liegt in der Gewinnverteilung. Viele kleine Hits halten die Balance. Die großen Gewinne kommen selten und nur durch Wild-Multiplikator-Stacks in den Free Spins oder durch volle Coin-Runden. Unterm Strich blieben 105% des Einsatzes, leicht über dem RTP, getrieben durch einen 230x Free-Spin-Hit.
Bankroll-Empfehlung: 250x für reines Basegame, 450x mit Buy-Strategie. Die 100x-Buys sind teuer genug um die Bankroll nach drei Fehlschlägen spürbar zu belasten. Zwei bis drei Buys pro Session maximal. Wer mehr will braucht ein entsprechend größeres Budget. Bei Duel at Dawn bekommt man ein ähnliches Western-Feeling mit weniger Buy-Risiko.
BGamings Antwort auf die Frage wie man einen Western-Slot mechanisch interessant macht. Das Trueways-System mit dynamischen Walzenhöhen gibt jedem Spin eine eigene Dynamik. Die Wild-Multiplikatoren in den Free Spins liefern das Potenzial. 96,84% RTP ist solide. 5.000x Max Win ist fair für die Mechanik.
Was fehlt: Ein dritter Feature-Layer. Free Spins und Hold-and-Win sind zwei gute Modi, aber ein zusätzliches Element hätte die 8.0 gebracht. 7.5 von 10, ein Western der seine Mechanik versteht und sauber umsetzt. Kein Blockbuster, aber ein Slot den ich gerne erneut spielen würde.
Das Trueways-System ist nicht nur ein Marketing-Begriff, sondern tatsächlich spürbar. Jeder Spin fühlt sich anders an, weil das Grid lebt und die Ways-Bandbreite so extrem ausfällt. Selbst ein mittelgroßes Grid von 50.000 Ways klingt und spielt sich komplett anders als ein winziges 2.000-Ways-Grid. Wer Bullets and Bounty mochte, findet hier ein verwandtes Spielgefühl mit mehr Ways-Power. Punkt.